
Orte wahrnehmen
Orte wahrnehmen
Deutsche Übersetzung in Bearbeitung
Bevor ich gestalte, beobachte ich. Diesen Moment nenne ich manchmal „auf Streifzug gehen“: spazieren, langsamer werden, in einen Ort eintauchen und dort innehalten, wo etwas den Blick festhält. Ich versuche, seine Spuren, sein Schweigen und seine Brüche wahrzunehmen.
Ich fotografiere nahezu abstrakte Fragmente: übermalte Bereiche, Materialüberlagerungen, Abnutzungen, Veränderungen und unerwartete Farbbeziehungen. Diese Bilder bilden einen Fundus von Beobachtungen, der später in die Malerei übertragen und neu interpretiert wird.
Ein Ort inspiriert mich weniger durch das, was er zeigt, als durch das, was er andeutet. Orte haben eine Haut, Narben und Schichten; sie bewahren das Gedächtnis von Nutzungen und Veränderungen.
In meinen Gemälden versuche ich, diese Intimität der Oberflächen sichtbar werden zu lassen. Malen bedeutet für mich nicht, einen Ort getreu wiederzugeben, sondern das sichtbar zu machen, was in ihm wirkt: die Dichte der Schichten, die Fragilität eines Gleichgewichts und die leise Intensität einer Spur.











