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Künstlerischer Ansatz — Zeitgenössische abstrakte Malerei, Oberfläche und Materie

Wahrnehmen, sichtbar machen, verwandeln — so kann jener fragile Moment entstehen, in dem die Materie zu erzählen beginnt.

Als Architektin habe ich gelernt, Orte aufmerksam zu beobachten. Ich nehme sie als lebendige, eigenständige Materie wahr, erfasse ihre Verletzlichkeit und löse sensible Fragmente aus ihnen heraus. Meine Bilder entstehen aus diesem Dialog zwischen Materie, Erinnerung und persönlicher Wahrnehmung.

Deutsche Übersetzung in Arbeit

Orte wahrnehmen

Meine Malerei entsteht aus einer aufmerksamen Wahrnehmung von Orten: ihren Spuren, ihren Abnutzungen, ihrem Schweigen. Ich fotografiere nahezu abstrakte Fragmente, die anschließend meine Arbeit nähren. Malen bedeutet für mich, sichtbar zu machen, was in den Oberflächen wirkt.

Die Fläche – ein Raum unter Spannung

Ich betrachte die Fläche als einen Raum unter Spannung – zwischen Innen und Außen, Schutz und Exposition.
Sie nimmt die Zeit auf, fängt das Licht ein und bewahrt das Gedächtnis von Gesten und Nutzungen.
In meinen Gemälden wird sie zu einem instabilen Gleichgewicht, in dem Spuren, Schichtungen, Brüche und Fragilitäten sichtbar werden.

Die Vitalität der Abnutzung

In meiner Arbeit ist Abnutzung eine Sprache.
Sie verändert, differenziert und macht einzigartig, was ursprünglich identisch war.
Spuren, Veränderungen und Ablagerungen werden zu aktiven Elementen eines Gedächtnisses im Entstehen.

Die Geste und die Materie

Im Atelier erarbeite ich die Materie auf einer horizontal liegenden Fläche mit Rakeln und Spachteln, in aufeinanderfolgenden Schichten, durch Auftragen und Abtragen.
Die Geschwindigkeit der Geste verhindert jede illustrative Darstellung und entfernt mich vom architektonischen Zeichnen.
Die Malerei entsteht in einem instabilen Gleichgewicht zwischen Kontrolle und den Reaktionen der Materie.

Von der Fläche in den Raum — Installation

Mit der Installation verlässt die Oberfläche die Leinwand und tritt in den realen Raum.
Monsieur Tulasne’s Schuppen interessiert mich, weil er sich mit der Zeit verändert. Nutzung, Witterung und Anpassungen hinterlassen Spuren. Jede Veränderung schreibt sich in die Oberfläche ein.
Mit seiner Ausstellung möchte ich den Blick auf unsere gebaute Umwelt verschieben.

Dokumentieren als künstlerischer Akt

Zeichnen, fotografieren, erfassen: Die dokumentarische Arbeit ist für mich eine Zeit des Eintauchens und Innehaltens. Vor Ort beobachte ich lange und aufmerksam Details: Fragmente, Spuren, Schichten. Diese geduldige Aufmerksamkeit schafft eine innere Sammlung von Eindrücken, aus der später die Malerei schöpft.

42a Altenheim Straße

F - 67100 Straßburg

00 33 6 30 92 26 85

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