Milchhof, Berlin – Künstlerresidenz und neue Gemälde
- 15. Feb.
- 2 Min. Lesezeit

Milchhof, Berlin — Künstlerresidenz und neue Gemälde
Im August 2025 arbeitete ich im Rahmen einer Künstlerresidenz im Milchhof Berlin – einem Ort, den ich mit anderen Künstlerinnen und Künstlern teilte und der die Konzentration förderte.
Aus zwei intensiven Wochen sind die hier präsentierten neuen Gemälde hervorgegangen.
Im Atelier steht ein großer Tisch in der Mitte.Die Werkzeuge sind aufgereiht: Pinsel, Schaber, Spachtel, Meißel.Jedes hinterlässt eine andere Spur.
Der Schaber hebt die Lichter in der noch feuchten Farbe hervor.Der Pinsel strukturiert die Oberfläche.Der Spachtel verstreicht und verteilt das Material.
Ich arbeite schnell, sehr schnell.
Als ausgebildete Architektin bin ich mit langen Zeiträumen vertraut – mit schrittweiser Entwicklung und sukzessiven Anpassungen.
Die Geschwindigkeit hält mich bewusst auf Abstand davon.In der Malerei suche ich eine unmittelbare Beziehung zum Material.
Schnelles Handeln verlangt unmittelbare Entscheidungen.Was sich zeigt, muss im jeweiligen Moment verstanden werden:innehalten oder weitergehen.
Wenn ich langsamer werde, erstarrt die Farbe – die Fläche schließt sich.
Das Gefühl für Gleichgewicht bleibt jedoch bestehen.Man spürt, wann sich Spannungen stabilisieren,wann die Oberfläche trägt.
Neben mir hängen Fotografien, die ich im Laufe der Jahre bei meinen Spaziergängen aufgenommen habe: Fragmente von Mauern, Spuren von Abnutzung, Überlagerungen von Materialien.
Ich bewahre sie auf.Sie werden nicht kopiert – sie bilden einen Resonanzraum für die Arbeit.
Das Gemälde entsteht im Dialog zwischen diesen Bildern,dem der Serie gesetzten Rahmenund der Bearbeitung des Materials.
Geschwindigkeit stört beim Entwurf einer Fassade –in der Malerei öffnet sie den Raum für Farbe.
Vertikale Schichtungen
Mit der Serie Vertikale Schichtungen wird die Bildoberfläche durch aufeinanderfolgende Überlagerungen aufgebaut.Farbige Bänder richten sich auf, stehen nebeneinander und lassen die Erinnerung an frühere Schichten sichtbar werden.
Die Vertikalität strukturiert den Raum ohne Perspektive und hält eine Spannung zwischen Stabilität und Fragilität.Das Material bewahrt die Spur der Zeit.
Die ersten Gemälde dieser Serie sind in Straßburg entstanden.
Sédiment
Sédiment ist eine Serie, aufgebaut wie eine Ablagerung: überlagerte Schichten, Rücknahmen, Reibungen, Zerfall.
Genährt von Detailfotografien, aufgenommen bei Spaziergängen – Mauern, Böden, veränderte Materialien – setzen die Oberflächen eine Erinnerung an die Oberfläche neu zusammen.
Hier wird Abnutzung zur Sprache: eine Erinnerung in Bewegung, eine sanfte Entropie, die die Materie verwandelt, bis sich ein Gleichgewicht zwischen Schichtung und Atmung einstellt.
Ent-Ordnung
In der Serie Ent-Ordnung suche ich Ordnung im Inneren der Unordnung: nicht um das Chaos auszulöschen, sondern um es zu durchqueren.Jede Leinwand hält eine Dynamik fest, eine Energie in Bewegung, in einer Spannung zwischen Kontrolle und Loslassen.

Ausschnitt
In der Serie pAusschnitt extrahiere ich in meinem inneren Blick Partien von Fassaden und urbanen Oberflächen und forme sie zu abstrakten, sensiblen und konstruierten Kompositionen.
Farbbänder, Schichtungen, abgekratzte Zonen und weiße Ränder bilden Oberflächen, in denen die Materie die Erinnerung an Zeit und Gebrauch bewahrt.
Jedes Gemälde bleibt ein eigenständiger Ausschnitt, strukturiert und frei.

Zur Information:
In Kürze wird auf der Website ein Online-Shop eröffnet.
Die aktuell verfügbaren Gemälde werden dort nach Serien präsentiert.
Ich informiere euch, sobald er online ist.
Vielen Dank für euren Blick und eure Rückmeldungen.













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